InfraNova SolutionKontakt
Wissen für die Projektpraxis

Trenching im Glasfaserausbau: Wann ist Fräsen sinnvoll?

Zum Beitrag
In diesem Beitrag
  1. 01Wie Trenching funktioniert
  2. 02Was DIN 18220 regelt
  3. 03Wo Trenching als Alternative geprüft werden kann
  4. 04Welche Grenzen und Hindernisse zu prüfen sind
  5. 05Verfüllung, Oberfläche und Dokumentation
  6. 06Trenching im Glasfaserausbau richtig vorbereiten

Trenching im Glasfaserausbau ist eine Möglichkeit, Leerrohre oder Glasfaserkabel in einem schmalen Schlitz zu verlegen. Ob das Verfahren gegenüber einem klassischen Leitungsgraben Vorteile bietet, hängt vom einzelnen Abschnitt ab: Straßenaufbau, vorhandene Leitungen, Einbauten und die Anforderungen an die Wiederherstellung müssen zusammenpassen. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Planungsfragen ein. Er ersetzt weder die Fachplanung noch die erforderlichen Abstimmungen für ein konkretes Bauvorhaben.

Wie Trenching funktioniert

Beim Trenching wird ein Schlitz für die vorgesehene Telekommunikationsinfrastruktur hergestellt und nach der Verlegung wieder geschlossen. Ein Beispiel ist das vom Hersteller Vermeer beschriebene Microtrenching in befestigten Flächen. Welche Technik und Abmessungen geeignet sind, richtet sich nach Verfahren, Untergrund und Projektanforderungen. Aus einem schmaleren Schnitt allein lässt sich keine bestimmte Bauzeit oder Kostenersparnis ableiten.

Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren sind nicht gleichzusetzen. Sie unterscheiden sich in der Herstellung des Leitungsraums und ihren Einsatzbedingungen. Auch die Legetiefe ist projektspezifisch zu bestimmen. Dieser Ratgeber nennt deshalb keine pauschalen Tiefen, Schnittmaße oder Geräteeinstellungen.

Was DIN 18220 regelt

Die DIN 18220:2023-08 behandelt Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren für Leerrohrinfrastrukturen und Glasfaserkabel. Nach der öffentlichen Erläuterung des DIN gehören dazu Bedingungen für den Einsatz, die Ausführung sowie Planung und Dokumentation. Sie bietet eine gemeinsame technische Grundlage, ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Anforderungen des einzelnen Bauvorhabens.

Welche Genehmigungen, Zustimmungen und technischen Vorgaben am jeweiligen Standort zu beachten sind, muss in der Projektplanung mit den zuständigen Stellen geklärt werden. Die Nennung einer Norm ist keine Zusage, dass ein bestimmtes Verfahren in jeder Straße eingesetzt werden kann. Für die praktische Anwendung sind die einschlägigen Regelwerke und Projektvorgaben maßgeblich, nicht diese Zusammenfassung.

Für das Projektgespräch sind insbesondere der geplante Trassenverlauf, die Oberflächen- und Untergrundverhältnisse, bekannte Leitungen, Querungen und Einbauten sowie die vorgesehene Wiederherstellung und Dokumentation zusammenzustellen. Welche weiteren Nachweise benötigt werden, ist vor der Ausführung abzustimmen.

Wo Trenching als Alternative geprüft werden kann

Auf Abschnitten mit passenden Oberflächen- und Untergrundverhältnissen kann ein schmaler Leitungsraum eine Alternative zum klassischen Graben sein. Der Hersteller Vermeer hebt in seinen Planungshinweisen zum Microtrenching die Bedeutung der Oberfläche und der darunterliegenden Schichten hervor. Eine intakte Asphaltdecke allein belegt daher noch nicht, dass die vorgesehene Bauweise geeignet ist.

Hausanschlüsse, Abzweige und Verteilerstandorte müssen in die Planung einbezogen werden. Ob weitere Bauverfahren erforderlich sind und ob sich Verkehrsbeeinträchtigungen oder Bauzeit verringern lassen, ist anhand der gesamten Trasse zu bewerten. Eine frühere Inbetriebnahme lässt sich allein aus der Wahl des Trenchingverfahrens nicht zusagen. Weitere Hintergründe bietet der Beitrag zur Mikrorohrverlegung im Glasfaserausbau.

Welche Grenzen und Hindernisse zu prüfen sind

Beschädigte Oberflächen, wechselnder Straßenaufbau oder geplante Sanierungen sind Gründe für eine genauere Prüfung. Die Fachplanung muss bewerten, ob Schnitt, Verlegung und Wiederherstellung mit dem vorhandenen Aufbau und den späteren Nutzungen vereinbar sind. Eine pauschale Freigabe oder ein pauschaler Ausschluss allein anhand der Straßenart wäre nicht ausreichend.

Auch bei einem schmalen Schlitz können vorhandene Leitungen betroffen sein. Die DGUV Information 203-017 behandelt Schutzmaßnahmen bei Erdarbeiten in der Nähe erdverlegter Kabel und Rohrleitungen. Leitungsauskünfte, erforderliche zusätzliche Erkundungen und Schutzmaßnahmen sind durch die zuständigen Fachkräfte mit den Betreibern abzustimmen. Wurzeln, Schächte, Rinnen und weitere Einbauten müssen ebenfalls in die abschnittsweise Bewertung einfließen. Eine andere Bauweise ist nicht automatisch risikofrei.

Verfüllung, Oberfläche und Dokumentation

Verfüllung und Oberflächenverschluss sind Teil der geplanten Bauleistung. Material und Ausführung müssen zum gewählten System und den abgestimmten Anforderungen passen. Eine schmale Schnittbreite ersetzt keine fachgerechte Wiederherstellung. Welche Ausführung und Nachweise erforderlich sind, ist vorab zu klären; dieser Beitrag gibt keine Materialrezeptur oder Ausführungsanleitung vor. Ergänzende Fragen behandelt der Beitrag zur Asphaltfuge über dem Leitungsgraben.

Die tatsächliche Leitungsführung und die für den Betrieb relevanten Angaben sollten nach den Projekt- und Betreibervorgaben nachvollziehbar dokumentiert werden. Dazu können Lage- und Tiefeninformationen, Bestandspläne sowie Angaben zu Abweichungen gehören. Diese Unterlagen unterstützen spätere Arbeiten, garantieren aber nicht, dass Beschädigungen ausgeschlossen sind. Weitere Hintergründe bietet der Beitrag zur GIS-Dokumentation im Glasfaserausbau.

Trenching im Glasfaserausbau richtig vorbereiten

Vor Ausschreibung oder Beauftragung sind Straßenaufbau, geplante Sanierungen, Leitungsbestand, Anschlusspunkte und die Anforderungen der zuständigen Stellen zusammenzuführen. Eine abschnittsweise Bewertung zeigt, welche Verfahren jeweils weiter untersucht werden sollten. Auch eine Kombination verschiedener Bauweisen kann dabei geprüft werden; Wirtschaftlichkeit und Ausführbarkeit sind anhand des konkreten Projekts zu beurteilen.

Die InfraNova Solution GmbH beschreibt auf ihrer Leistungsseite zum FTTx-Netzbau Planung, Installation und Dokumentation von Glasfaserinfrastruktur. Klären Sie anhand Ihrer Projektunterlagen, welche Unterstützung für das Vorhaben möglich ist. Daraus wird hier keine eigene Trenching-Spezialleistung oder die Verfügbarkeit eines bestimmten Bauverfahrens zugesagt.

Offene technische Fragen und der Umgang mit Abweichungen sollten vor Beginn der Arbeiten geklärt werden. Ob zusätzliche Untersuchungen oder ein Erprobungsabschnitt erforderlich und zulässig sind, entscheiden die zuständigen Fachkräfte im Rahmen der Projektvorgaben. Ein kurzer Probeschnitt oder eine Sichtkontrolle nach wenigen Tagen ersetzt keine fachliche Bewertung der dauerhaften Ausführung.

Weiterlesen

Der nächste Schritt

Ihr Vorhaben konkret besprechen.

Klären Sie mit InfraNova, welche Unterstützung zu Ihrem Projekt passt.

Projekt anfragen